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Von der Erinnerung an den Frankfurter Häuserkampf in den 1970er Jahren zur Visioneines zukünftigen, urbanen Lebens.

Ein Text von Michaela Filla-Raquin

Michaela Filla-Raquin führt in ihrem Text durch die Ausstellung. Eine Zeitreise durch den Gang der urbanen Kämpfe der frühen 1970er.

Die Ausstellung „Dieses Haus ist besetzt! Frankfurter Häuserkampf 1970–1974“ fand im Studierendenhaus auf dem Campus Bockenheim statt und wurde vom September bis Oktober 2020 gezeigt. Sie wurde vom Frankfurter Archiv der Revolte e.V. und der Initiative Offenes Haus der Kulturen veranstaltet und behandelte den Häuserkampf der 1970er Jahre sowie dessen Bezug zu heutigen Wohnraumkämpfen

30 Jahre nach der ersten Hausbesetzung in Frankfurt am Main im Jahr 1970 erarbeitete und organisierte ein Team des “Frankfurter Archiv der Revolte“ die Ausstellung Dieses Haus ist besetzt! Frankfurter Häuserkampf 1970–1974, in der die Hintergründe und Verlaufsformen des bundesweit ersten Zyklus von Hausbesetzungen präsentiert werden. Wie eine wandzeitungsartige Zeitreise durch den Gang der urbanen Kämpfe der frühen 1970er wird diese Zeit dabei in Szene gesetzt. 

Neben dem Rückblick versucht die Ausstellung auch, einen kurzen und knappen Blick in die Gegenwart zu werfen, denn viele der Ausgangspunkte der Konflikte der 1970er Jahre sind auch in der Gegenwart noch präsent: Wohnungsnot, unbezahlbare Mieten, Gentrifizierung, investorengesteuerter Luxuswohnungsbau etc. sind auch im heutigen Frankfurt nicht zu übergehen. Dementsprechend ist auch Protest und Widerstand wahrnehmbar. Das Ziel „Stadt für alle“ bleibt auf der Tagesordnung.

Die Ausstellung umfasst ca. 20 Plakate mit Hintergrundinformationen und Fotos, Zeitungsausschnitten, Flugblättern und weiteren Materialien der Zeit.

Nepomuck Bendukat

Impulse Theater Festival und Cheers for Fears, 2023. © Robin Junicke & Impulse Festival

Nepomuck (Inga) Bendukat  ist Theaterwissenschaftler*in und freie Dramaturg*in und Aktivist*in. Seit dem Jahr 2023 leitet Nepomuck Bendukat zusammen mit Eleonora Herder andpartnersincrime. Zur Zeit arbeitet Nepomuck an der Dissertation: „Die Suche nach Queertopia. Von potentiellen, aber porösen Theaterorten. (situativer Arbeitstitel)”. In dieser arbeitet Nepomuck aus einer anarchistisch, queerfeministischen Perspektive an der Zertrümmerung von Ideologien und fragt nach einem Theater der Entunterwerfung (Foucault), des Widerstandes und der solidarischen Praxis. Nepomuck hat an der Theaterwissenschaft an der Universität Frankfurt am Main sowie am Institut für Theaterwissenschaft an der Universität Wien gelehrt. 2024 hat Nepomuck gemeinsam mit Fanti Baum den Audiowalk for those who do not belong – Bewegung_en entlang des Unfassbaren  / PiratixUtopia (Audiowalk) entwickelt.

Projekte mit andpartnersincrime:

NACH DEM ENDE DER VERSAMMLUNG: DIE AKADEMIE (2020)

NACH DEM ENDE DER VERSAMMLUNG: DAS PARLAMENT (2020)

MAINTENANCE ART (2021)

AKADEMIE DER RADIKAL SORGETRAGENDEN (2022)

LEERE STADT (2023)

for those who do not belong – BEWEGUNGEN ENTLANG DES UNFASSBAREN 
PiratixUtopia (Audiowalk)
(2024)

RECHTS VON UNS DAS LAND (2025)

Der kindliche Blick

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DER KINDLICHE BLICK

Workshop und Film mit Kindern aus Leipzig Grünau

Künstlerhaus Mousonturm / Take Heart Programm Fonds darstellende Künste / Soziokulturelles Zentrum Heizhaus

Stadtplanung hat also einen signifikanten Einfluss auf das Aufwachsen und die sozialen Aufstiegsmöglichkeiten von Kindern.
In sozial schwächeren Nachbarschaften kommt es oft zu einer Agglomeration von Defiziten in der Gestaltung der Außenräume, die die kindliche Entwicklung beeinträchtigen und zu einer Exklusion von gesellschaftlicher Teilhabe führen. 

In „Der kindliche Blick“ haben die Regisseurin und Dramaturgin Eleonora Lela Herder und der Videokünstler Jos Diegel sich aus künstlerischer Perspektive mit dem Themenkomplex „Geographie der Kindheit“ auseinandergesetzt. Im Vordergrund stand hierbei die Frage, welche Teilhabe- und Mitgestaltungsmöglichkeiten Kinder und Jugendliche am urbanen Raum haben.
Dabei sollte ein Perspektivwechsel durchgeführt werden: für welche angenommene Norm wurde der öffentliche Raum konzipiert und was für Blickwinkel und Perspektiven ergeben sich für diejenigen, die in diesem Raumentwurf nicht mitgedacht werden? Welche darstellerische Mittel machen den kindlichen Blick auf Stadt für Erwachsene erfahrbar?

Sinem Dinara Hartmann, Malou Löffler, Ben Zeisler, Kira-Katharina Zimmermann

Natalie Hadarie, Anna Döhler, Finja Döhler, Timmy Eggert, Emilia Ehrenberg, Josephine Etumunu, Sinem Dinara Hartmann, Anton Hermann, Raciel, Carlos Ros, Fanny Schreiber, Saskia Schürmeier, Alina Stäbler, Oskar Stäbler, Diana Sulaimani, Anna Sophie Ulrich, Emily Wende 

Künstlerische Leitung: Eleonora L. Herder
Kamera, Schnitt, Videodesign: Jos Diegel
Kamera, Schnitt, Locationscouting: Michelle Koprow
Sounddesign und Komposition: Jonas Harksen
Produktionsdramaturgie: Sarah Charlotte Becker
Creative Producer: Sven Rausch

TEAM HEIZHAUS/Projekt GRÜNAU ON TOUR

Choreographie und Einstudierung: Johanna Uhle & Mechthild Schade
Betreuung: Mandy Unger, Laura Wilmer
Pädagogische Betreuung: Marie Molle, Paul Illner, Josefine Bartl

Oma Brigitte. Erzieherin in der DDR.
Michelle, 1990er Jahren in Grünau großgeworden
Madlen, 1994- 1998 in einem Kinderheim in Grünau

Eleonora L. Herder

© Admassou Kombolcha

Eleonora Lela Herder

Eleonora L. Herder arbeitet als Regisseurin, Dramaturgin und Kuratorin. Nach ihrem Diplom in dramatischem Schreiben und Theaterregie am Institut del teatre, der staatlichen Theaterschule in Barcelona hat sie einen Master in Angewandter Theaterwissenschaft in Gießen absolviert. 

Mit dem von ihr mit initierten Label andpartnersincrime konnte sie bisher Performances am Mousonturm in Frankfurt am Main, am Theater Zeitraumexit in Mannheim, am Staatstheater Kassel, an dem Teatre Lluire in Barcelona und dem Teatre Ochoty in Warschau realisieren.

2020 hat andpartnersincrime gemeinsam mit mehreren lokalen Initiativen die ada_kantine gegründet. Eine Stadtteilkantine für wohnungslose Menschen. Seitdem wurden mehrere künstlerische Formate in Zusammenarbeit mit den Aktivist*innen und Nutzer*innen dieser Kantine erarbeitet.  

Als Dramaturgin hat Eleonora L. Herder bisher mit dem katalanischen Regisseur Alex Rigola, dem iranischen Regisseur Arvand Dashtaray, dem irakischen Regisseur Akram Assam und der katalanischen Regisseurin Alicia Gorina zusammengearbeitet. In diesen Kooperationen hat sie nicht nur die konzeptionelle Seite der Produktion betreut, sondern auch die Stücktexte entwickelt.

Ein zentrales dramaturgisches Werkzeug ist für Eleonora L. Herder das Führen von qualitativen Interviews sowie die Methoden der aktivistischen Forschung, die immer die eigenen Involviertheit mitreflektiert. 


Auszeichnungen: 2009 Junger Regiepreis Barcelona, Postgraduiertenpreis der Hessischen Theaterakademie, Stipendiatin des Internationalen Forum des Theatertreffens 2015, Stipendiatin der Bienal de Buenos Aires. Das Buch “WO STEHST DU” ist auf die Longlist des Wettbewerb »Förderpreis für junge Buchgestaltung 2017« gewählt worden.

Von 2016 bis 2019 war Eleonora L. Herder Vorstandsmitglied des kulturpolitischen Vereins ID_Frankfurt, der sich für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der freien Performanceszene im Rhein-Main-Gebiet einsetzt. Für sein jahrelanges Engagement erhielt der Verein 2021 den Binding-Kulturpreis, einen der höchstdotiertesten Kulturpreise Deutschlands. Im Rahmen dieser Arbeit leitete sie von 2018 bis 2020 das Performancefestival IMPLANTIEREN.


Anna Sukhova

Anna Sukhova in der Performance „BOUNDARIES“, Frankfurt am Main, 2019

Anna Sukhova

Anna Sukhova absolvierte 2013 ihr Diplom in Grafikdesign an der staatlichen Akademie „Stroganov“ in Moskau, Russland. Seit 2013 studiert sie Typografie und Grafikdesign an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach am Main.. In ihren eigenständigen, freiberuflichen Arbeiten liegt ihr Schwerpunkt auf dem Medium Buch, Printmedien und Austellungsdesign.

Ihre letzten Arbeiten sind die interaktive Performancebuch «Wo stehst du? Ein Stadtführer, der eine Perfomance ist, die eine Stadtführung ist» , die Publikation zum Jahresbericht 2016 der Hochschule für Gestaltung Offenbach; die Gestaltung der Ausstellung «Scripted Spaces» in der Galerie Satelit in Berlin; sowie die Konzeption und Gestaltung der Ausstellung «Amateur, Sprache» in PaTI in Seoul, Korea. Des Weiteren entwickelte sie eine Buchserie für den Moskauer Verlag Ad Margenem in Zusammenarbeit mit GARAGE, dem Museum für Moderne Kunst in Moskau.

Sie hat die gesamte räumliche und visuelle Gestaltung für das Performancefestival IMPLANTIEREN2018 sowie das soziokulturelle Zentrum „Offenes Haus der Kulturen“ verantwortet.

Bei andpartnersincrime arbeitet sie als Grafikdesignerin, Bühnenbildnerin und Performerin.

Projekte mit andpartnersincrime:

Teresa Riemann

© Antoinette Dyksmann

Teresa Riemann (*1988 Dachau) ist eine in Berlin lebende Multi-instrumentalistin, Poetin und Performance-Künstlerin, die mit 6 Jahren begann, Klavier zu lernen, mit 16 Jahren die klassische Ausbildung hinter sich ließ und begann, verschiedene Instrumente auf eigene Faust zu erforschen: Gitarre, Cello und seit 2012 das Schlagzeug.
Seitdem hat sie ihren ganz eigenen Stil der konvulsiven Percussion entwickelt. Sie begleitet ihr Trommelspiel mit dem eklektischen Einsatz ihrer fragmentierten Stimme und rezitiert spontan Fragmente aus der lebendigen Erinnerung der Menschheit.
Neben ihrem intensiven Noise-Drumming Soloprojekt unterhält sie noch ein Solo am Klavier (A tender kiss into the void) und spielt außerdem in den Gruppen TRAS (Asja Skrinik – Electronics & Vocals; Teresa Riemann – drums & vocals), Shake the Train (Damien Jaroszonek – modular synthesizers; Lukas Huerta-Rueckner – Trompete, Harmonika, Stimme; Teresa Riemann – Schlagzeug, Stimme) und Naked in the Zoo (Ruben Tenenbaum – Violine; Teresa Riemann – Schlagzeug, Stimme). https://teresariemann.com/ 

Abseits der musikalischen Arbeiten bewegt sie sich im Feld von verstörender Performance-Kunst, Tanz und experimentellem Theater.

Projekte mit andpartnersincrime

Rechts von uns das Land – Eine Kaffeefahrt von andpartnersincrime

Tim Schuster

© Zino Peterek

Tim Schuster

Dramaturg, Performer und Aktivist

Tim Schuster arbeitet seit 2008 als freischaffender Performancekünstler in Frankfurt am Main. Neben andpartnersincrime ist er Teil der Gruppe red park, die u.a. am Künstlerhaus Mousonturm, aber auch mit Happenings und künstlerischen Interventionen jenseits der Theaterinstitutionen agiert. Nach einem Studium der Politologie, Geschichte, Germanistik und VWL in Frankfurt und Santiago de Chile promovierte er bei Hans-Thies Lehmann und Nikolaus Müller-Schöll zum Raum im Postdramatischen Theater. 2009 mitbegründete er die Gruppe Arty Chock mit Performances u.a. am studioNaxos, Landestheater Marburg und Theater Gessnerallee Zürich. Er hat die Initiative für ein Offenes Haus der Kulturen mitbegründet und arbeitet seit 2017 für den gleichnamigen Verein als Geschäftsführer an der Weiterentwicklung des Frankfurter Studierendenhauses zum selbstorganisierten Kulturzentrum.

Projekte mit andpartnersincime:

Contact: tim@andpartnersincrime.org

Anna Stiede

© Eva Tuerbl

Anna Stiede ist Performerin, Moderatorin, Politologin, politische Kommunikationskünstlerin und Italienisch-Deutsch-Übersetzerin (u.a. für das Istoreco-Institut Reggio Emilia). Dass sie in einem Land geboren wurde, das es heute einfach nicht mehr gibt auf der Landkarte – der DDR –, begleitet sie beständig. Ihre Themen sind die Geschichten sozialer Bewegungen, Reproduktionsökonomie und Kommunikation. Seit 2019 arbeitet sie u. a. im freien Theaterkollektiv „Panzerkreuzer Rotkäppchen“ und ist als ANNAMEDEA mit dem Meckerchor unterwegs. Stiede ist Mitbegründerin des Frauenverband Politologinnen.

Projekte mit andpartnersincrime

Rechts von uns das Land – Eine Kaffeefahrt von andpartnersincrime

From the Academy of Work to a Collective Kitchen

Co Anno Bolender

Anno Bolender

A Queerfeminist Perspective on the Intersections of Reproduction Work, Commons and
Aesthetic Practices

Masterthesis M.A. Performative Arts in Social Fields



The text From the Academy of Work to a Collective Kitchen. A Queerfeminist Perspective on the Intersections of Reproduction Work, Commons and Aesthetic Practices is an analysis of the theoretical concepts of care, commons and art with an intersectional approach. The aim is to interlock different perspectives of social science, aesthetic theory, philosophy and gender studies in order to propose how the hegemonic social system can be made more equal. The basic assumption starts from the problematic of the prevailing (sexist and racist) neoliberal capitalism and sees in this social structuring the reason for unequal and partly unliveable living conditions.
Spheres that could potentially become dangerous for those in power seem to be particularly affected here: care work, which cannot be completely integrated into the capitalist logic of efficiency; commonism as a socio-economic counter-model, in which the goal of social action is not exploitation, profit maximisation and constant economic growth, but resource conservation, environmental health and the principle of sharing; and finally art, as a sphere of emergence, reflection, experimentation and breaking out of habitual patterns, which can open our eyes and
show us what capitalism tries to conceal from us: That we can think and act outside a fixed framework. This political kind of art is introduced here under the concept of Maintenance art.
After first establishing structural similarities between the three areas, what then emerges from this analysis is, that it makes sense to link this triad. While they share common goals, such as community, democracy, equality and critique of domination – which makes them all targets for hegemony – they have different problems at other points. Although reproductive labour is already very established in our system (as it is inescapable), there are few resources and recognition for it.
Commons, on the other hand, lack a broad mass of supporters. And art, while enjoying visibility,
can and is repeatedly used for propagandistic purposes for this very reason. It is therefore proposed that the three areas can be brought together to form a complementary triad in which their respective specificities complement the problem points of the other areas, so that all three emerge strengthened from this connection. Especially considered is the role of Maintenance art, which as a “practical utopia” can equally develop an utopian, experimental potential through art autonomy, as well as already actively test parts of the utopian within the framework of the real art project. The role of art is thus to create a space for experimenting with the utopian.
An example of this is the project ada_kantine in the old Akademie der Arbeit in Frankfurt am Main, which illustrates the theory that was put forward in advance. The analysis of the project according to the three areas of reproduction, commons and aesthetic practices based on interviews with project participants shows that the collective kitchen can be seen as a “practical utopia”. Transforming a capitalist ideology of labour into collective care work is art.

Jonas Harksen

Jonas Harksen absolvierte seine musikalische Ausbildung an der Hochschule für Musik Detmold sowie an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln. Anschließend setzte er sein Studium am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen fort und arbeitet als Musiker, Sounddesigner und Komponist fürs Theater und in freien Produktionen. Zwischen Field Recording und Instrumentalmusik entstehen so Soundtracks, in denen das narrative Potential von Klang im Zentrum steht. Engagements führten ihn unter anderem ans Schauspiel Frankfurt, LOFFT Leipzig, zum Nassauischen Kunstverein Wiesbaden sowie zu den Festivals Warschauer Herbst, 180 Degrees in Sofia und den Hessischen Theatertagen.

Als Autor für das Diskursmagazin „Positionen“ schreibt er über zeitgenössische Musik und tritt wiederholt mit Texten für das Musiktheater in Erscheinung. 

Projekte mit andpartnersincrime

ALLES ZIEHT VORBEI

ÜBER DAS UNBEHAGEN ZU WOHNEN