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Autonomie. Eine Geschichte über unabhängiges Bewegen.

Als Dokumentartheaterstück zeigt es zugleich Schnittstellen mit dem Privatleben der drei Künstlerinnen. Denn alle drei leben in Deutschland, sind aber in Mazedonien, der Ostukraine oder Katalonien aufgewachsen. So wird sichtbar, wie sich Weltpolitik zunehmend auch auf das persönliche Leben auswirkt.

SWR2 Journal am Mittag, 2.0.2019, 12:33h

„Die Frankfurter Theatermacherinnen stellen sich nicht auf eine Seite. Aber der Meinungen, Ge- schichtsfakten, Absurditäten haben sie viele zu- sammengetragen. Es ist ein entspannter, aber auch lehrreicher Abend.“

Frankfurt Rundschau, 4.09.2019, Sylvia Staude

Auf der Bühne ist ein Geschichtslabor eingerichtet, in dem die insgesamt vier Darstellerinnen Akten öffnen, Objeke hervorholen, Photografien und Videofilme projizieren. Die Arbeit an der Geschichte führen sie genauso als unabschließbaren Prozess vor wie Geschichte selbst. Einen zentralen Teil des präsentierten Material machen gelungene Videointerviews aus, die sie selbst in Nordmazedonien und Katalonien mit involvierten Personen geführt haben.

David Rittershaus: „Auf Richtungssuche“, FAZ, 6.09.2019

Boundaries. Ein Archiv zukünftiger Fundstücke

Das ist alles ausgesprochen gut gemacht und sorgsam ausgearbeitet. Mit Findigkeit und Witz im Detail. Und so hat es seinen Reiz: es macht Vergnügen das anzuschauen. 

Stefan Michalzik: “Spurensuche in den Trümmern der Erde”, Offenbacher Post, 30.06.2018

Es entbehrt nicht der feinen Ironie, dass sich Eleonora Herder und die Performer von andparnternsincrime das Weltkulturen Museum für “Boundaries” ausgesucht haben. Ein Stück, das man Installation, Gedankenexperiment, Theater oder Videoperformance nennen mag.

Christian Schütte: “Künftige Fundstücke“, FAZ, 30.06.2018

Boundaries ist eine ihr Thema vielfältig umkreisende Produktion. Rousseau wird ebenso zitiert wie über den Pass als eine Art Zelle nachgedacht. Man kann “Boundaries” lehrreich nennen, ohne dass man sich aufdringlich ermahnt fühlen muss.

Sylvia Staude: “Was macht die Gans über New York”, Frankfurter Rundschau, Feuilleton, 02.07.2018

Vielen Gedanken, Bilder und Vorstellungen zu den Themen Zaun, Mauer und Zelle und die dazugehörigen Geschichten. (…) Da hat man es wirklich geschafft einen befremdeten und erstaunten Blick auf unsere Gegenwart zu werfen. Und am Schluss: Mauern beinhalten immer auch ihre Überwindung und sei es nur in der Phantasie.

Mario Scalla: “Wir schreiben das Jahr 2130” Hessischer Rundfunk- Frühkritik, 29.06.2018

Jump the fence

Wird Nidda zur Weltstadt theatrum mundi? Gibt es tatsächlich mitten in der Stadt, in der Mühlstraße 1 bis Ende April einen Kunstraum mit so offenen Angeboten, dass das Motto “Jump the fence- Spring über den Zaun, die Grenze” von allen Bürgern miterlebt werden kann?

Oberhessischer Kreisanzeiger, 03.März 2018 

So wurde gemalt und geklebt, geschnitten und gefaltet, anprobiert und geschminkt. Hinzu kam Musik aus anderen Ländern. Intensive Werkstatt- Atmosphäre baute sich auf, ein Song wurde getextet und komponiert. Viel Schönes ist so entstanden.

Oberhessischer Kreisanzeiger, 10.April 2018

Die Idee des Weltbürgerpasses ist kurz nach dem zweiten Weltkrieg entstanden. Statt sich in Nationalismus und Freund-Feind-Denken zu verstricken, waren die Menschen eingeladen sich als Bürger der einen Welt zu verstehen.

Oberhessischer Kreisanzeiger, 10.April 2018

  

Are you there

Eine intrikate und vielschichtige kleine Inszenierung … Are You There gibt denen, die ihr Land nicht mehr ertragen, in einer atmosphärisch dichten Inszenierung eine Stimme.

Sylvia Staude, Frankfurter Rundschau, 18.03.2017

Die Frage, ob der „als Flüchtling fremdgelabelte“ Iraner in der allgemeneinen Wahrnehmnung irgendwann wieder der Mensch Saeed werde oder ob er die Grenze, die er überwinden musste immer mit sich trage wolle die Performance aushandeln.

Marie-Sophie Adeoso, Frankfurter Rundschau, 15.03.2017

Reales Geschehen und fiktionale Ergänzungen durchdringen einander, im ständigen Wechsel zwischen gesprochenen Passagen, eingeblendeten Landkarten und Videos entsteht bei aller Fragwürdigkeit dann eben doch das sehr glaubhafte und intensiv spürbare Dokument einer Flucht.

Matthias Bischoff, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.03.2017

Beeindruckend die tolle technische Umsetzung der alltäglich-bizarren, doppelbödigen Geschichte …. Großes Lob für Jan Mechs Sounddesign aus Straßen-, Fahrten- und Basarszenen.

Marcus Hladek, Frankfurter Neue Presse, 24.03.2017

Bist du da? Are you there? Ist die begleitende und leitende Frage an die Reisenden, die immer wieder durch die digitalen Kommunikationsmedien scheppert.

Lea Balzer, Journal Frankfurt, Nr. 7 März 2017

Wo stehst du?


Was bedeutet „Stadt für alle“? Darf man lange leer stehende Häuser, die der Stadt gehören, besetzen? Darf die Stadt sie polizeilich räumen lassen?

Janette Faure, Bornheimer Wochenblatt, 24.08.2015

Schade, dass der Stadtführer auf dem linken Auge ziemlich blind ist. Insgesamt jedoch ist das spannende Experiment sehr gelungen. Das Buch ist gespickt mit klugen Zitaten von Alexander Kluge, Theodor Adorno und Roland Barthes. Der lesende Flaneur lernt seine Stadt tatsächlich mit anderen Augen und aus einem anderen Blickwinkel kennen.

Rainer Schulze, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.11.2016)

Für alle die Frankfurt einmal aus einer völlig neuen Perspektive betrachten wollen.

Frankfurter Rundschau, 14.08.2016

Das Buch leitet den Lesenden auf geheimen Wegen durch die Stadt und leitet ihn zugleich an, im Sinne eines aktivistischen Tourismus´ selbst Schritt für Schritt ein anderes Frankfurt zu machen.

Esther Boldt, Journal Frankfurt Nr. 20/ 16

Das neue Wiesbaden

Die Frankfurt Künstlerin Eleonora Herder, die Bühnenbildnerin Sabine Born, die Prgrammierin Alla Poppersoni und ein Team von Sozialarbeitern der Kulturinitiative Schelmengraben Bunt haben diese Ausstellung die bereits in anderen Städten zu sehen war, auf lokale Gegebenheiten angepasst. Der Effekt ist verblüffend, doch sollte man Zeit und Konzentration mitbringen.

Anja Baumgart Pietsch, Wiesbadener Kurier, 16.11.2016

Die meisten Wiesbadener übrigens dürften auch nicht wissen, was eine Zwofadolei ist. Der berühmte Architekt Ernst May hatte das „Zweifamilienhaus mit Doppelleitung“, also eine „Zwofadolei“, in den zwanziger Jahren entworfen. Dass es sie nicht nur im „Neuen Frankfurt“ gibt, sondern auch in Wiesbaden, weit weg vom historischen Zentrum, am Schelmengraben in Dotzheim, hat Eleonora Herder mit Maria Isabel Hagen und Sabine Born zu einer Performance bewegt, mit der sie Bewohner des heutigen Schelmengrabens, die Thesen Mays und das Publikum vor einem hübschen Doppelhausmodell zusammenbringen.

Eva Maria Magel, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20. Juni 2015

Poranny Spacer

Herder und Wróblewski haben es geschafft die journalistische Geste des großen Reporters Kapuścisnki noch einmal zu wiederholen, die Maschine der Erinnerung noch einmal in Bewegung zu setzen und uns gleichzeitig auf sehr eigenen Fährten zurück in die Vergangenheit zu führen.

Roman Pawlowski, Gazeta Wyborcza, Warschau, 25.09.2015

Site of fiction

Das Projekt „Site of fiction“ verstört die Erwartungen des Publikums durch die geniale Form seiner Publikumsbeteiligung.

Lukáš Jiřička, A2 Magazin, Prag, 17.07.2013

Und die Tatsache, dass ich mich von anderen beobachtet fühle, führt auch zu einer Selbstbeobachtung meiner Aktionen, in der mir diese auf einmal wie gespielte Aktionen vorkommen. D.h. in gewisser Weise schaue ich mir dabei zu, wie ich mich vor unbekannten Zuschauern als Rolle spiele – was gleichzeitig die Frage aufwirft, ob ich dies nicht vielleicht auch in einem gewöhnlichen Zimmer, vermeintlich unbeobachtet, immer irgendwie tue.

André Eiermann, Juli 2013

Eine einzigartige Theatererfahrung.

Vera Zimmermann, Oberhessische Presse, 25.06.2013

Ola Nocturna

Bei Bewegung einzelner Musiker durch den Raum gewannen sie eine dreifache Präsenz: als Liebhaftige, als Schattenentwurf im Scheinwerferlicht und zusätzlich noch einmal als filmissche Projektion.

Elisabeth Risch, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Vasquéz’ Stück arbeitet raffiniert mit Projektionen, Videos und Verwirrungs-Effekten (Eleonora Herder, Arne Köhler) und gestaltet das Thema des Verschwindens in der Zeit mit klug eingesetzter Technik.

Hans Jürgen Linke, Frankfurter Rundschau, 08.02.2011

LULU. To all our lovers.

Das Stück hat nicht nur eine Besonderheit aufzuweisen, sondern ist gespickt mit einer Vielzahl von Ideen, Kreativität und technischem Einfühlungsvermögen für die erfolgreiche Umsetzung der aufwendigen Produktion. Ein Phänomen ist sicherlich der Ort des Schauspiels. Denn die Besucher befinden sich nicht im gleichen Raum mit den Akteuren. Sie sind noch nicht einmal im selben Haus.

Gießner Allgemein Zeitung, ,25.07.2011

Unter der Regie von Eleonora Herder und Falk Rößler ist ein Drama mit abwesender Protagonistin entstanden. Die Figur der Lulu verstehen sie als postmodernen Zustand einer Gesellschaft, die sich als Gemeinschaft aufgegeben hat. Es geht vielmehr darum, sich so zu inszenieren, dass die Blicke und Beurteilungen der anderen die eigene Persönlichkeit ausmachen. Der Blick des anderen definiert uns, die ständige Beobachtung stellt die Persönlichkeit erst her.

Fiona Sara Schmidt, Gießner Zeitung, 25.07.2011