© Diana Djeddi
Über das Unbehagen zu wohnen
Lecture Performance mit Tee und Dias (Bühnenstück)
Neue Termine 2026 im Rahmen des MADE IN HESSEN Festivals siehe dates & tickets
In einem intimen Wohnzimmersetting sucht Eleonora L. Herder nach den verschwiegenen Echos ihrer Familiengeschichte. Anhand von Dokumenten und Objekten präsentiert sie eine alternative Perspektive auf deutsch-jüdische Identität, in der die Grenzen zwischen Politik und Privatem sowie Oper- und Täterrollen verschwimmen. Während ein Urgroßvater ein hochrangiger Nationalsozialist war, der bereits 1923 beim Hitlerputsch in München neben Adolf Hitler zur Feldherrenhalle marschierte, musste die Familie des anderen Urgroßvaters aufgrund ihrer jüdischen Herkunft fliehen und zerbrach an den Folgen des Exils.
Dass ihre Großeltern aus zwei so unterschiedlichen Familien sich schlussendlich in den 1950er Jahren treffen, verlieben und 8 Kinder bekommen besiegelt den Anfang einer tragischen Familienodyssee geprägt von Schweigen und psychischen Erkrankungen, die über Como, Rom, Barcelona bis nach Santa Barbara in Kalifornien führt. Eleonora L. Herder hat über zehn Jahre lang Material aus Archiven und persönlichen Quellen zusammengetragen, um das Schweigen ihrer Familie aufzubrechen. Da sie immer wieder neue Dokumente und Fotos entdeckt und weitere Gespräche führt, verändert sich der dem Stück zu Grunde liegende Text von Aufführung zu Aufführung.
Die Inszenierung schafft ein wohnliches Setting: Herder spricht direkt zum Publikum, während die Performerin Liese Lyon Tee und Kekse serviert und Jonas Harksen den Abend musikalisch am Flügel begleitet. Ein gespenstisches, echohaftes Sounddesign durchbricht die gemütliche Salonstimmung und erzeugt ein subtiles Unbehagen.
Das Publikum ist eingeladen, Herders Rechercheprozess nachzuvollziehen und sich mit den damit verbundenen Fragen, Zweifeln und Unsicherheiten auseinanderzusetzen.
Sprache: Deutsch
Dauer: ca. 75 Minuten
Text und Regie: Eleonora L. Herder Performance: Lela Herder, Jonas Harksen und Liese Lyon
Klavier: Jonas Harksen
Dramaturgie und Recherche: Tim Schuster Bühne, Kostüm & Licht: Marina Rengel Lucena
Sounddesign und Komposition: Jonas Harksen Video: Ayla Pierrot Off-Stimme: Beatrice Magnus-Wiebel Creative Producer: Elena Polzer (ehrliche arbeit – freies Kulturbüro) Produktionsleitung: Martin Heise Videodokumentation: Angela Regius (Bildsturz Kollektiv)
Grafik: Anna Pirot und Felix Kosok (Bureau 069)
In Gedenken an Simon
Gefördert vom Kulturamt der Stadt Frankfurt, dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, der Rudolf Augstein Stiftung und dem Fonds Darstellende Künste.
Mit freundlicher Unterstützung durch die Villa Gründergeist.
Andpartnersincrime erhält eine Mehrjahresförderung der Stadt Frankfurt am Main.






Neue Termine 2026 im Rahmen des MADE IN HESSEN Festivals
Donnerstag 28.05., 11:00h, Theateratelier 14H Offenbach, Aufführung Wohnzimmerversion für Schulklassen
Donnerstag 28.05., 20:00h, Theateratelier 14H Offenbach, Wohnzimmerversion normales Publikum
Samstag 30.05., ca. 20:00h, Theater Mollerhaus in Darmstadt, Aufführung der großen Bühnenversion
Vergangene Termine im Frankfurt LAB, Schmidtstraße 12, 60326 Frankfurt am Main
Sa. 31.05.25, 20:00 Uhr (Premiere)
So. 01.06.25, 16:00 Uhr (mit Kinderbetreuung)
So. 01.06.25, 19:00 Uhr
Frankfurt LAB, Schmidtstraße 12, 60326 Frankfurt am Main
Tickets unter: https://frankfurt-lab.com/home/ueber-das-unbehagen-zu-wohnen
Die Aufführung wurde im Dezember 2023 in sechs ausverkauften Vorstellungen von Publikum und Presse begeistert aufgenommen. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung lobte: „Über das Unbehagen zu Wohnen stellt Fragen der Identität, die weit über den Kreis der Familie hinausgehen.“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
„Über das Unbehagen zu wohnen“ verspricht kuriose Gestalten und wunderschöne Fotos. Es ist eine intime Abendveranstaltung für all jene Menschen, die kurz vor Weihnachten mal keine Lust auf die typischen, kitschigen Weihnachtstheaterstücke haben und stattdessen bei einer Tasse Tee an Zeitgeschehen und Politik interessiert sind, findet Polzer.“ Journal Frankfurt
„Über das Unbehagen zu wohnen“ ist eine tastende Performance, eine berührende. Manches erkennt man aus der eignene Familie wieder, anderes klingt ziemlich wild.“ Frankfurter Rundschau
Zunächst ist es behaglich. Eine Recherche in die Familiengeschichte. Mit Dias. In einem Wohnzimmer. Eine Recherche, die immer wahr ist und immer skurriler wird. Zwei Familiengeschichten aus diametralen Richtungen, die sich in einer Generation treffen. Es wird unbehaglicher. Erinnerungskultur. Vom Unbehagen sprechen Sigmund Freud
und Aleida Assmann und Eleonora Herder – und alle, die das Stück gesehen haben. Diesen Plot kann nur das Leben schreiben. Eine Geschichte über das Land, über Traumata, über Schweigen und Hartnäckigkeit. Augen auf, nachgefragt, immer noch. Dieses Stück ist eine Ermutigung zur Recherche – die nicht immer so viel zu Tage
fördern wird. Jurytext des MADE. Festival Hessen


















